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FAQ

Anworten auf die häufigsten Fragen zur Anti-Doping Arbeit finden sich auch im Bereich Dopipedia

  • Dopingkontrolle

    • Die Anti-Doping Bestimmungen gelten grundsätzlich für den gesamten organisierten Sport. Laut Anti-Doping Bundesgesetz können alle Personen getestet werden, die Mitglieder oder Lizenznehmer einer aus Bundessportfördermitteln geförderten Organisation (zumeist Bundes-Sportfachverbände) sind, oder die an Wettkämpfen teilnehmen, die von einer dieser Organisationen veranstaltet werden.


    • Die NADA Austria hat für die Beratung bei der ­Erstellung des Dopingkontrollplans eine Auswahlkommission eingerichtet. Die Aufgabe dieser Kommission ist es, auf der Basis objektiver und nachvollziehbarer Kriterien, Vorgaben für eine effektive und intelligente Auswahl der Dopingkontrollen zu erstellen und diese regelmäßig den neuesten Erkenntnissen anzupassen.

      Als Kriterien dienen unter anderem das Dopingrisiko einer Sportart, die individuelle Leistungsentwicklung, finanzielle Anreize, nationale Bedeutung der Sportart sowie allfällige Verdachtsmomente. Die Auswahl kann ganz gezielt erfolgen ("target testing"), aber auch anhand festgelegter Kriterien (z.B. Platzierung im Wettkampf, Los).


    • Dopingkontrollen dienen dem Schutz der sauberen Sportler und werden – so die Vorgabe der WADA – in jedem Land gemäß dem Internationalen Standard für Dopingkontrollen durchgeführt. Ziel dieses Regelwerks ist es, intelligente Dopingkontrollen durchzuführen und den Spielraum für Betrüger möglichst gering zu halten. Wesentliches Element eines modernen Dopingkontroll-Programms sind unangekündigte, unvorhersehbare Dopingkontrollen außerhalb von Wettkämpfen, da zahlreiche Dopingpraktiken in diesem Zeitraum angewandt werden, bspw. zum Muskelaufbau, zur Steigerung der Ausdauerfähigkeit oder zur schnelleren Regeneration.


    • Die Strategien der Betrüger werden immer raffinierter, daher muss genau darauf geachtet werden, dass der abgegebene Urin auch tatsächlich aus dem Körper des Sportlers kommt.


    • Die Umgehung einer Probe (Verweigerung, Nichterscheinen, etc.) gilt als Verstoß gegen die Anti-Doping Bestimmungen und kann mit bis zu vier Jahren Sperre sanktioniert werden.


    • Neben dem direkten Nachweis setzen die Anti-Doping Organisationen seit einigen Jahren verstärkt auf das „Athlete Biological Passport Program“ (ABPP). Dabei wird durch die Aufzeichnung bestimmter Kennwerte ein langfristiges Profil jedes im Programm befindlichen Athleten erstellt. Im Falle von Auffälligkeiten im Athleten-Profil werden verstärkte, zielgerichtete Kontrollen durchgeführt, um Betrüger direkt zu überführen. Das ABPP ermöglicht aber auch einen indirekten Nachweis von Doping. Vorteil dieses Ansatzes ist es, dass keine Substanz mehr nachgewiesen werden muss, sondern die Auswirkung auf den menschlichen Organismus.


    • Jede gezogene Dopingprobe wird an ein von der WADA akkreditiertes Labor geschickt und entsprechend dem Internationalen Standard für Labore untersucht. Das Standard-Screening einer Urin-Kontrolle umfasst alle verbotenen Substanzen, für die ein Nachweis existiert. Bei Auffälligkeiten werden spezifische Bestätigungsanalysen durchgeführt. Zusätzlich werden auch Blut-Proben analysiert, etwa um Spuren von EPO oder HGH zu finden.


  • Medikamente

    • Die Platelet-Derived-Preparations (PRP) - Behandlungsmethode ist gemäß den Vorgaben der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erlaubt. Zwar werden bei der Behandlung einige Wachstumsfaktoren eingesetzt, derzeitige Studien zeigen aber kein Potential einer Leistungssteigerung, die über den therapeutischen Effekt hinausgeht.

      Bitte beachten Sie, dass Wachstumsfaktoren verboten sind, wenn diese als gereinigte Substanzen seperat verabreicht werden (siehe Verbotsliste S.2.)


    • Verboten sind alle Medikamente, die eine oder mehrere Substanzen (Wirkstoffe) beinhalten oder mit Methoden verabreicht werden müssen, die auf der aktuellen Verbotsliste stehen.


    • Nach den Anti-Doping Bestimmungen ist jeder Sportler selbst dafür verantwortlich, was sich in seinem Körper oder in seinen Körperflüssigkeiten befindet. Der Sportler muss daher seinen behandelnden Arzt davon in Kenntnis setzen, dass er den Anti-Doping Bestimmungen unterliegt. Die NADA Austria empfiehlt, jede Art der Behandlung zur Sicherheit selbst nochmals eigenständig zu überprüfen.

      Zur Unterstützung der Sportler bietet die NADA Austria eine Online-Medikamentenabfrage, die alle Medikamente des Austria Codex auf ihre Zulässigkeit nach der aktuellen Verbotsliste klassifiziert. Dieses Service ist auch als App für Android und iOS erhältlich. Zusätzlich bietet die NADA Austria eine jährlich aktualisierte Beispielliste erlaubter Medikamente (bei leichten Krankheitsverläufen, Befindensstörungen, geringfügigen Verletzungen, etc.).


    • Die NADA Austria klassifiziert nur Präparate, die im Austria Codex registriert sind und dessen hohen Qualitäts- und Kontrollkriterien unterliegen. Für alle anderen Produkte kann die NADA Austria keine Aussage über deren Zulässigkeit nach der aktuellen Verbotsliste treffen. Dies gilt insbesondere auch für Produkte, die im Ausland gekauft wurden und mitunter bei gleichem Namen andere Inhaltsstoffe haben können. Zur Überprüfung von Produkten, die im Ausland gekauft wurden, verwenden Sie bitte (falls angeboten) die Medikamentenabfrage der zuständigen Anti-Doping Organisation.


    • Für den Fall, dass die Behandlung mit einer verbotenen Substanz oder mit einer verbotenen Methode medizinisch notwendig ist und es keine geeignete therapeutische Alternative gibt, muss der Sportler (nicht der Arzt!) eine Medizinische Ausnahmegenehmigung (Therapeutic Use Excemption - TUE) einholen.


  • Medizinische Ausnahmegenehmigungen

    • Alle Sportler, die dem Testpool eines internationalen Verbandes angehören, müssen den Antrag auf Medizinische Ausnahmegenehmigung vor der beabsichtigten Behandlung beim zuständigen internationalen Verband stellen. Notfallbehandlungen sind selbstverständlich unverzüglich vorzunehmen, der Antrag auf Medizinische Ausnahmegenehmigung ist zeitnah nachzuholen.


    • Alle Sportler, die dem Testpool der NADA Austria angehören, müssen den Antrag auf Medizinische Ausnahmegenehmigung vor der beabsichtigten Behandlung bei der NADA Austria stellen. Bitte verwenden Sie dazu das aktuelle TUE-Antragsformular (zu finden im Download-Bereich) und beachten Sie die gesetzlich geregelte Bearbeitungsdauer von bis zu 21 Tagen. Notfallbehandlungen sind selbstverständlich unverzüglich vorzunehmen, der Antrag auf Medizinische Ausnahmegenehmigung ist zeitnah nachzuholen.


    • Alle Sportler, die keinem Testpool angehören, können einen TUE-Antrag im Zusammenhang mit einem eingeleiteten Dopingkontroll-Verfahren stellen ("Retroaktives Genehmigungsverfahren"). Das retroaktive Genehmigungsverfahren entspricht dem Standard-Verfahren und unterscheidet sich nur durch den Zeitpunkt der Antragsstellung. Sämtliche Befunde, die die Anwendung einer verbotenen Substanz oder Methode aus medizinischer Sicht notwendig machen, müssen bereits vor dem Zeitpunkt der Dopingkontrolle aufliegen. Nachträgliche Untersuchungen oder Befunde sind nicht zugelassen. Sollte der TUE-Antrag von der Medizinischen Kommission abgelehnt werden, liegt im Falle einer positiven Analyse ein Verstoß gegen die Anti-Doping Bestimmungen vor und es kommt zur Einleitung eines Anti-Doping Verfahrens.


    • Internationalen Verbände müssen national ausgestellte Medizinische Ausnahmegenehmigungen nicht akzeptieren bzw. können diese beeinsprucht werden. Sportler, die international antreten, werden daher dringend aufgefordert, rechtzeitig im Vorfeld bei ihrem nationalen bzw. internationalen Verband abzuklären, ob ihre Ausnahmegenehmigung vom internationalen Verband anerkannt wird.

      Sportler müssen sich auch vergewissern, ob der zuständige internationale Verband zusätzliche Einschränkungen, Verbote oder Vorschriften (bspw. den kategorischen Ausschluss von Medizinischen Ausnahmegenehmigungen für bestimmte Substanzen) vorsieht.

      Besondere Vorsicht ist bei Selbstbehandlungen ohne Konsultation eines Arztes geboten, da es hier keinerlei Aufzeichnungen oder Befunde gibt.