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Manipulation von Blut und Blutbestandteilen

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Diese jederzeit verbotene Klasse umfasst Methoden, die die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff erhöhen sowie jede Art der Manipulation von Blut und Blutbestandteilen.

Konkret verboten sind:

  1. Die Verabreichung oder Wiederzufuhr jeder Menge von autologem, homologem oder heterologem Blut oder Produkten aus roten Blutkörperchen jeglicher Herkunft in das Kreislaufsystem.
  2. Die künstliche Erhöhung der Aufnahme, des Transports oder der Abgabe von Sauerstoff, unter anderem durch Perfluorchemikalien, Efaproxiral (RSR 13) und veränderte Hämoglobinprodukte (zum Beispiel Blutersatzstoffe auf Hämoglobinbasis, mikroverkapselte Hämoglobinprodukte), außer ergänzender Sauerstoff.
  3. Jegliche Form der intravaskulären Manipulation von Blut oder Blutbestandteilen mit physikalischen oder chemischen Mitteln.

Blutdoping

Blutdoping ist neben anabolen Substanzen und EPO die medial bekannteste Dopingsubstanz.



Wirkungen

Durch Blutdoping wird die Anzahl von roten Blutkörperchen erhöht, wodurch die Kapazität, die Muskeln mit Sauerstoff zu versorgen, zunimmt.

Nebenwirkungen

Die möglichen Nebenwirkungen von Blutdoping sind eine erhöhte Belastung des Herz-Kreislauf-Systems, Bluthochdruck und Thrombosen. Bei Doping mit Fremdblut besteht die Gefahr von Transfusionszwischenfällen aufgrund von Unverträglichkeit und Allergien. Weitere Folgen können Unwohlsein, Angstzustände und Schmerzen in der Bauchgegend sein. Schon nach kurzer Zeit können fremde, fiebererzeugende Substanzen (Pyrogene) hohes Fieber auslösen. Zudem besteht das Risiko der Ansteckung mit Infektionskrankheiten wie z.B. Hepatitis und HIV.

Künstliche Sauerstoffträger

Blutersatzstoffe zu entwickeln, die in beliebiger Menge billig zu erzeugen und beliebig lange lagerbar sind, zählt heute zu den größten Herausforderungen der Transfusionsmedizin. Da die Bereitschaft Blut zu spenden stark rückläufig ist, gleichzeitig aber der Bedarf steigt, wurde in der medizinischen Forschung intensiv nach Ersatzprodukten gesucht. Einerseits wurden künstliche Sauerstoffträger (Perfluorkohlenwasserstoffe) entwickelt, andererseits wird versucht, das Hämoglobinmolekül so zu stabilisieren, dass es auch außerhalb der roten Blutkörperchen stabil ist (Quervernetztes bzw. polymerisiertes Hämoglobin).

Wirkungen

Perfluorkohlenwasserstoffe binden Sauerstoff und können somit die Funktion der roten Blutkörper übernehmen. Bei quervernetzten bzw. polymerisierten Hämoglobinen wird der eigentliche Sauerstoffträger Hämoglobin unabhängig von den roten Blutzellen (Erythrozyten) ins Blut injiziert. Damit wird die Gesamtkapazität des Blutes, um Sauerstoff zu binden, erhöht.

Nebenwirkungen

Die gravierendsten Nebenwirkungen der Blutersatzstoffe wie eine mögliche Nierentoxizität und Blutdrucksteigerung, können unter klinischen Bedingungen kontrollieren werden. Bei einem unkontrollierten Einsatz im Sport sind diese allerdings überhaupt nicht einschätzbar.

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