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Ethikkommission der NADA Austria für Schaffung unabhängiger Strukturen zur Prävention und Behandlung von Verstößen gegen den Safe Sport Kodex

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Anlässlich der beginnenden Ausarbeitung eines österreichweiten Safe Sport Kodex spricht sich die Ethikkommission für die Notwendigkeit einer strukturell und operativ unabhängigen Vorgehensweise aus, um Interessenskonflikte zu vermeiden.

Sport lebt von Vertrauen. Vertrauen in faire Wettbewerbsbedingungen, in transparente Entscheidungsprozesse und in die Integrität aller Beteiligten – von Sportler:innen über Trainer:innen bis hin zu Funktionär:innen. Dieses Vertrauen ist jedoch zunehmend gefährdet. Internationale und auch nationale Fälle von Machtmissbrauch, sexualisierter Gewalt, Wettbewerbsmanipulation und Interessenskonflikten haben in den letzten Jahren deutlich gemacht, dass bestehende Strukturen vielfach nicht ausreichen, um diesen Herausforderungen wirksam und glaubwürdig zu begegnen.

Die derzeitige Fragmentierung von Zuständigkeiten sowie potenzielle Abhängigkeiten innerhalb bestehender Verantwortlichkeiten erschweren die breitgefächerte Präventionsarbeit und eine konsequente und unabhängige Aufarbeitung von Verstößen gegen zentrale Werte im Sport. Aus ethischer Perspektive ist daher klar: Ein Sport, der Sportler:innen schützt und Vertrauen schafft, braucht unabhängige Strukturen.

Die Ethikkommission spricht sich vor dem Hintergrund der jahrzehntelangen Erfahrung aus der Anti-Doping Arbeit für die Schaffung einer Vorgehensweise aus, die folgende Kriterien erfüllt:

  • Strukturelle Unabhängigkeit von Sportverbänden, politischen Akteuren und wirtschaftlichen Interessen
  • Klare Zuständigkeiten für Prävention, Aufklärung, Kontrolle und Sanktionierung von Verstößen gegen den zu erstellenden Safe Sport Kodex
  • Niederschwellige Anlaufstelle für Sportler:innen, Eltern und Erziehungsberechtigte, Trainer:innen, Betreuungspersonen, Vereine, Verbände und Sportorganisationen
  • Transparente Verfahren und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse
  • Rechtsstaatliche Standards, die sowohl den Schutz von Hinweisgeber:innen als auch die Rechte der Beschuldigten gewährleisten
  • Interdisziplinäre Expertise, die ethische, juristische, medizinische, psychologische und sportwissenschaftliche Perspektiven vereint
  • Fachliche Expertise zu den jeweiligen Problemstellungen

Eine solche Struktur trägt nicht nur zum effektiven Vorgehen bei Verstößen gegen den Safe Sport Kodex bei, sondern setzt auch ein starkes Signal. Eine unabhängige Vorgehensweise ist kein Ausdruck von Misstrauen gegenüber bestehenden Institutionen, sondern vielmehr ein Zeichen von Verantwortung und Weitsicht. Sie ist ein entscheidender Schritt, um die Sportler:innen und den Sport nachhaltig zu schützen und die gesellschaftliche Vorbildfunktion zu stärken.

INFOBOX

Die Ethikkommission der Nationalen Anti-Doping Agentur Austria GmbH („NADA-Ethik“) befasst sich mit ethischem Handeln im Sport und Themen der Dopingprävention im Leistungs- und Breitensport mit besonderem Schwerpunkt auf den Nachwuchssport. Sie ist ein beratendes Gremium der NADA Austria, unterstützt deren Anti-Doping Arbeit und setzt sich für den Schutz der sauberen Sportler:innen ein.

Derzeitige Zusammensetzung:

Mitglieder

  • Univ.-Prof. Dr. Peter H. Schober (Vorsitzender)
  • MMag.a Alexandra Hoffmann
  • Mag.a Petra Huber
  • Mag. Anton Innauer
  • Ao. Univ.-Prof. MMag. Dr. Konrad Kleiner

Ersatzmitglieder

  • Mag.a Sonja Spendelhofer (stellvertretende Vorsitzende)
  • Mag.a Miriam Biritz-Wagenbichler
  • Mag. Ernst Minar
  • Mag. Christoph Peischler
  • Mag.a Caroline Schlinter-Maltan

Link zur Ethikkommission 

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