Sauber und Gesund
Höher, schneller, weiter: Der Kampf gegen Doping hat scheinbar kein Ende. Kaum ist ein Fall aufgedeckt, folgt der nächste. Aber nicht nur Leistungssportler dopen, sondern auch Hobbysportler greifen bewusst oder unbewusst zu unerlaubten Arzneien. Auf Initiative des Österreichischen Apothekerverbands wurde daher gemeinsam mit dem Sportministerium und der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) das neue Netzwerk "Sauber und Gesund" gegründet, das gezielt auf umfassende Aufklärung und Prävention bei Hobbysportlern setzt.
"Um Doping im Breitensport wirksam zu bekämpfen, müssen wir in die Köpfe der Sportler. Es braucht verstärkt Aufklärung und Information über die negativen Folgen von Doping. Mit dieser neuen Initiative geschieht genau das. Die Freizeit-Sportler werden auf die gesundheitlichen Gefahren aufmerksam gemacht", begründet Sportminister Mag. Norbert Darabos sein Engagement im neuen Netzwerk.
In Österreich ist ein extremer Anstieg von Arzneimittelmissbrauch im Breiten- und Hobbysport zu verzeichnen. Von 2007 bis zum Vorjahr ist die Zahl der Strafanzeigen im Zusammenhang mit Arzneimittelmissbrauch um fast 100 Prozent gestiegen!
"Arzneimittel sind ein kostbares Gut und in erster Linie dazu bestimmt, Krankheiten zu heilen oder die Gesundheit zu erhalten. Arzneimittel werden aber auch missbräuchlich verwendet. Der positive Charakter des Breitensports, seine positive Auswirkung auf die Gesundheit, wird damit ins Gegenteil verkehrt. Mit der neuen Informationsbroschüre ‚Sauber und Gesund' möchten wir Aufklärungsarbeit bei den Hobby-Sportlern leisten und sie eindringlich auf die gesundheitlichen Schäden aufmerksam machen, die sogar tödlich sein können", warnt Dr. Friedemann Bachleitner-Hofmann, Präsident des Österreichischen Apothekerverbands, in der neuen Informationsbroschüre des Netzwerks.
Breites Informationsangebot in den Apotheken
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Rund 250.000
Informationsbroschüren liegen ab heute kostenlos und österreichweit in allen 1.200 öffentlichen Apotheken auf, die Hobby-Sportler über die gesundheitlichen Gefahren von Arzneimittelmissbrauch im Sport aufmerksam machen sollen.
Außerdem bietet der Österreichische Apotheker-Verlag in Zusammenarbeit mit der PR-Data GmbH eine laufend aktualisierte Informations-Datenbank zum Thema Doping und Arzneimittelmissbrauch an, die ab sofort allen Apotheken in Österreich zur Verfügung steht. Enthält ein Arzneimittel eine unerlaubte Substanz, die auf der Dopingliste steht, erscheint am Computer direkt bei der Abgabe in der Apotheke ein eindeutiger Hinweis. Es handelt sich dabei immerhin um rund 2.000 von insgesamt rund 13.000 registrierten Arzneispezialitäten. Mit einem weiteren Klick erhält der Apotheker nähere Angaben zur Art des Verbotes - zum Beispiel, ob das betreffende Medikament auch während des Trainings verboten ist. Zudem zeigt das PC-Programm an, ob ein Arzneimittel z. B. hinsichtlich der Dosierung nur eingeschränkt abgegeben werden kann. Jedenfalls versetzt die neue Software den Apotheker in die Lage, die beste Beratung für den Kunden bieten zu können. Damit man auch als Hobbysportler immer sauber und gesund bleibt.
"Die Informationsbroschüre ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Aufklärung der Bevölkerung über Medikamentenmissbrauch im Breitensport. Selbst ehemalige sehr erfolgreiche Sportler stellen sich mit ihren Aussagen in den Dienst der Aufklärung, weil sie besonders gut wissen, wie schädlich, falsch oder unnötig eingesetzte Medikamente sind und wie wichtig es ist, zeitlebens auf seinen Körper und dessen Gesundheit zu achten", so Mag. Andreas Schwab, Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA).
Sportbegeisterte versprechen sich von bestimmten Arzneimitteln Vorteile. Ein Beispiel: Bei Beschwerden in Muskeln, Gelenken, Bändern und Sehnen werden nicht selten cortisonhältige Präparate verwendet. Der Schmerz geht, aber die Heilung ist noch nicht erfolgt. Nimmt man Schmerzmittel über den Zeitraum von einer Woche oder länger kann eine Blutung in der Magenschleimhaut vorkommen.
Viele sogenannte Wohlstandserkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht können mit einer gesunden körperlichen Betätigung vermieden werden. Allerdings verkehrt dies der nicht zu unterschätzende Trend zum Missbrauch von Dopingmitteln bzw. Medikamenten ins Gegenteil.
Sport hat eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft. Er vermittelt Grundwerte wie Fairness und Toleranz. Anders als im Hochleistungssport betrügen Hobbysportler, die zu leistungssteigernden Mitteln greifen, ausschließlich sich selbst und schaden ihrer eigenen Gesundheit. Nur sauberer Sport ist fairer Sport. Das Netzwerk "Sauber und Gesund" leistet mit seinen Informationsbroschüren, die in allen Apotheken kostenlos aufliegen, gezielte Aufklärungsarbeit bei Freizeitsportlern.
Die Informationsbroschüre "Sauber und gesund" und weiterführende Informationen finden Sie auch unter: www.apoverband.at und www.nada.at
Info-Broschüre:
Sauber und Gesund (PDF
Größe: 858.05 KB)
Rückfragen für die Presse:
Mag. Stefan Hirsch
Pressesprecher des Sportministers
Prinz-Eugen-Straße 12, 1040 Wien
Telefon: + 43 (01) 50 201-10 20 145
Mag. pharm. Hans Jakesz
Pressesprecher des Österreichischen Apothekerverbandes
Spitalgasse 31, 1090 Wien
Telefon: + 43 (0) 664 - 20 20 488
Mag. Andreas Schwab
Nationale Anti-Doping Agentur
Rennweg 46-50/Top 1, 1030 Wien
Telefon: + 43 (01) 505 80 35-11


