Eigenwelt des Sports
Das Erklimmen einer Felswand ist in dem Sinn künstlich, als dass der eigentliche Sinn nicht darin besteht, letztlich oben zu stehen, sondern aus eigener Kraft den Aufstieg zu schaffen. Durch Regeln wird die Eigenwelt des Sports geschaffen, in dieser Welt ist oftmals der Weg das Ziel. Durch Doping und Manipulation wird nicht nur der Weg verändert oder das Hindernis entfernt, sondern auch das Ziel als höchster Wert deklariert. So als ob ein Bergsteiger Sprengstoff gebrauchen würde, um den Berg seinem Leistungsprofil anzupassen und eventuelle Hindernisse zu beseitigen um schlussendlich oben zu stehen. Die künstliche Welt des Sports definiert eigene Regeln, sie will ohne die in der Gesellschaft akzeptierten Manipulationssubstanzen auskommen.
"Spielregeln, alle Spielregeln, bezwecken ja gerade, dass nicht alle Mittel und Hilfsmittel aus der wirklichen Welt zugelassen sind. In einem bestimmten Spiel darf man, um einen Ball zu fangen, nicht einmal die Hände gebrauchen. Man stelle sich vor: nicht einmal die Hände. Da kommt der Ball auf mich zugeschossen, und ich darf nicht einmal meine Hände gebrauchen. Keine Corticoide, keine Wachstumshormone und keine Hände: Spielregeln." (De Wachter, 2004, S.266)
Im Leben abseits des Sports gibt es ebenfalls verbindliche "Spielregeln". So sind die meisten weichen und harten Drogen verboten und Medikamente oftmals nur mit Rezept zu missbrauchen. In den meisten Berufen sind Alkohol und Nikotin weitgehend verboten, in einigen hochsensiblen Arbeitsbereichen gibt es sogar stichprobenartige Kontrollen, etwa in Atomkraftwerken. Auch im Straßenverkehr wird man ohne die Befolgung der Verkehrsregeln nicht auskommen. Somit erscheint es legitim, dass auch der Sport seine eigenen Regeln und Normen festlegt.
Handbuch für Nachwuchs-, Breiten- und Freizeitsport
Handbuch für Eltern, Trainer und Betreuer
Infoblatt Angebote und Möglichkeit der Dopingprävention