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Chancengleichheit

Oftmals wird Chancengleichheit missverständlich mit Siegchancengleichheit identifiziert. Das Konzept der gleichen Erfolgsaussichten existiert in der Sportpraxis aber nicht. Kein Sportler hat dieselben Chancen auf einen Sieg wie ein anderer.

Unterschiedliche Trainingsmethoden und Möglichkeiten, unterschiedliche finanzielle Ressourcen, verschiedenste Umweltbedingungen und nicht zuletzt unterschiedliche körperliche bzw. genetische Vorraussetzungen machen jeden Versuch, so etwas wie Chancengleichheit herzustellen, unsinnig. Die einzige Chancengleichheit, die vom Sportsystem zwingend garantiert werden muss, ist die "gleiche Chance auf Entfaltung ungleicher Talente" (Emrich, 1994). Mit Doping ließen sich eventuelle mileubedingte Nachteile und fehlendes Talent ausgleichen, so die Dopingbefürworter. Eine Konsequenz von flächendeckendem Doping ist mitunter, dass die Gene der Sportler nivelliert werden und Talent alleine keinen großen Vorteil bietet. Der Sport lebt aber gerade von der spannenden Ungleichheit der Konkurrenten.

De Wachter (2004) meint dazu:

"Gleichheit ist lediglich eine Methode, um die Verschiedenheit zu messen. Und um herausragende Leistungen messen zu können, müssen alle diejenigen Elemente aus dem Spiel ausgeschlossen werden, die nichts mit dieser spezifischen Höchstleistung zu tun haben. Jeder soll unter denselben Voraussetzungen seine Vorzüge beweisen, die Qualität und Verlässlichkeit seines eigenen Könnens."

Dadurch "kann man eine Rangordnung gemäß des spielerischen Könnens erstellen. Chancengleichheit, oder man nenne es Prinzip der Inklusion oder Nicht-Diskriminierung, ist daher eine spielinterne Forderung". Trotz unterschiedlicher Ausgangsbedingungen, müssen allen Sportlern dieselben Rechte aber auch Pflichten eingeräumt werden.



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