Risiken und Nebenwirkungen
Der Versuch, den Dopingfahndern immer einen Schritt voraus zu sein, treibt manche Sportler sogar dazu, dass sie Medikamente probieren, die nicht einmal für den Markt zugelassen sind. Es gibt viele gut dokumentierte Fälle von Doping-Schäden bis hin zu Todesfällen. Viele dopende Sportler kennen die Risiken ihres Missbrauchs, aber es regiert der Volksglauben, dass schlimme Dinge immer nur den anderen passieren. Umfragen unter Spitzensportlern zeigen, dass manche sogar den Tod in absehbarer Zeit in Kauf nehmen würden, wenn sie durch den Einsatz von nicht nachweisbaren Dopingmitteln von einem Sieg zum anderen laufen würden.
In letzter Zeit häufen sich die Fälle von Herzstillständen, Herzinfarkten und Herzmuskelerkrankungen im Sport. Manche sprechen schon vom Berufsrisiko Herzversagen. Ehrgeiz und mangelndes Risikobewusstsein bei den Athleten führen dazu, dass beispielsweise grippale Infekte oder entzündliche Prozesse im Körper einfach ignoriert und einfach wie gewohnt weiter trainiert wird. Solche Erkrankungen können aber, wenn sie nicht auskuriert werden, zu einer Entzündung des Herzmuskels führen - eine der häufigsten Ursachen des plötzlichen Herztods. Oft, aber längst nicht immer, ist bei solchen Fällen Doping im Spiel. Denn Schädigungen am Herzen, die zum plötzlichen Herzversagen führen können, werden von den Betroffenen im Vorfeld meist gar nicht bemerkt - trotz regelmäßiger Herz-Kreislauf-Untersuchungen, wie sie im Hochleistungssport üblich sind.
Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie gefährlich es ist, gesundheitliche Belange zugunsten sportlicher Höchstleistung zu vernachlässigen. Pharmafirmen profitieren von der Nachfrage und produzieren ein Vielfaches des tatsächlichen medizinischen Bedarfs an Medikamenten. Eine Zusammenstallung des weltweiten Umsatzes im Jahr 2004 zeigt, dass mit EPO 11, 8 Milliarden $, mit Wachstumshormonen 1,8 Millionen $ und mit Steroiden immerhin noch 500 000 Millionen § verdient wurden. Eine Hochrechnung des medizinischen Bedarfs ergibt für diese Medikamente aber nur eine Gesamtsumme von 2,2 Milliarden $. Rechnet man die illegale Erzeugung und den Schwarzmarkthandel mit ein, so lebt ein ganzer Wirtschaftszweig vom Doping-Handel.