S8. Cannabinoide
Diese Stoffe werden aus dem indischen Hanf, Cannabis sativa, gewonnen. Die wirksamste Substanz ist das Tetrahydrocannabinol (THC). In den letzten Jahren wurde der THC-Gehalt von Hanfpflanzen durch spezielle Züchtungen massiv gesteigert, von 0.3 % auf bis zu 30 %.
Wirkungen:
Der indische Hanf hat eine lange Tradition als Heilmittel in der Volksmedizin. Die Wirkungen sind sehr vielseitig und bis heute noch nicht vollständig geklärt. Bekannte Wirkungen sind das Gefühl der Entspannung, eine leichte Euphorie sowie eine Distanz zu Alltagsproblemen. Sinnesreize werden intensiver empfunden und Denkprozesse phantasievoller und berauschender erlebt.
Nebenwirkungen:
Die Nebenwirkungen sind sehr vielfältig. Bei hohen Dosen kann es zu psychotischen Anfällen, Unruhe, Angst, Panikreaktionen und Verwirrtheit kommen. Der regelmäßige, langjährige Konsum von hohen Dosen kann zu Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur führen. Cannabinoide können zu psychischer Abhängigkeit führen. Eine körperliche Abhängigkeit wird bei oftmaligem Gebrauch vermutet, es gibt aber unterschiedliche Expertenmeinungen.
Anwendung in der Medizin:
Cannabis wird in der Medizin bei starken Schmerzen oder zur Steigerung des Appetits bei AIDS-Patienten eingesetzt. Eine weitere Anwendung ist die Verminderung des Brechreizes bei einer Strahlentherapie.
Missbrauch im Sport:
Cannabinoide können durch ihre beruhigende Wirkung indirekt leistungssteigernd sein. In gefährlichen Sportarten kann der Konsum von Cannabinoiden eine Enthemmung bewirken, wodurch die Risikobereitschaft steigt. Dadurch steigt das Risiko der Selbst- und Fremdgefährdung besonders bei Risikosportarten. In den meisten Sportarten wirken diese Substanzen aber leistungshemmend, da sie die koordinativen Fähigkeiten verschlechtern und die Reaktionsfähigkeit herabsetzten. Cannabinoide sind seit 1999 im Wettkampf verboten. Für den Nachweis im Urin wird ein Abbauprodukt von THC (das Carboxy-THC) nachgewiesen. Ein Grenzwert soll verhindern, dass auch Passivrauchen zu positiven Befunden führt. Cannabinoide werden im Körper sehr individuell abgebaut. Dabei kann Carboxy-THC im Fettgewebe eingelagert werden, was zu einer sehr langsamen Ausscheiddung im Urin führt. Deshalb kann der regelmäßige Gebrauch von Cannabinoiden auch noch mehrere Wochen nach dem letzten Konsum nachgewiesen werden.