S5. Diuretika und andere Maskierungsmittel
Die WADA-Liste verbietet u.a.:
Diuretika
Probenezid
Plasmaexpander
Diuretika
In diese Klasse fallen Medikamente mit unterschiedlicher chemischer Struktur. Sie fördern die Ausscheidung von Körperwasser (Urin).
Wirkungen:
Diuretika wirken auf die Niere und fördern die Ausscheidung von Urin. Stark wirkende Diuretika führen in wenigen Stunden zu schnellem Wasserverlust und damit zu einer Gewichtsreduktion von einem bis zwei Kilogramm.
Nebenwirkungen:
Der Wasser- und Salzhaushalt wird gestört und Mineralstoffe gehen verloren, insgesamt kommt der Elektrolythaushalt ins Schwanken. Dies kann zu akutem Blutdruckabfall, Muskelkrämpfen, Kreislaufkollaps, Magen- und Darmproblemen und Nierenschäden führen. Bei Männern kann Impotenz, bei Frauen Störungen der Menstruation auftreten.
Anwendung in der Medizin:
Diuretika werden bei Bluthochdruck oder bei einer Ansammlung von Wasser in Geweben (Ödem) eingesetzt.
Missbrauch im Sport:
Diuretika steigern die sportliche Leistungsfähigkeit nicht, trotzdem gibt es Gründe, warum sie im Sport missbraucht werden. Einerseits kann ein schneller Gewichtsverlust erzwungen werden, was in Sportarten mit Gewichtsklassen einen Start in einer niedrigeren Klasse ermöglichen kann. Andererseits wird durch die erhöhte Wasserausscheidung die Urinprobe verwässert, wodurch der Nachweis von Dopingsubstanzen erschwert werden soll. Diuretika sind seit 1988 im und außerhalb des Wettkampfes verboten.
Probenezid
Wirkungen:
Probenezid hemmt bei einer Vielzahl von Substanzen die Ausscheidung über die Niere.
Nebenwirkungen:
Kann zu Magen-Darm-Beschwerden und allergischen Reaktionen führen.
Anwendung in der Medizin:
Probenezid wird zur Behandlung von Gichtkrankheiten eingesetzt. Es erhöht die Ausscheidung von Harnsäure.
Missbrauch im Sport:
Durch die Einnahme von Probenezid werden Substanzen länger im Körper zurückbehalten und nur in kleinen Mengen ausgeschieden, so etwa bei anabolen Steroiden. Dadurch kann der analytische Nachweis erschwert werden. Probenezid ist seit 1987 im und außerhalb des Wettkampfes verboten.
Plasmaexpander
Wirkungen:
Plasmaexpander erhöhen den Flüssigkeitsgehalt des Plasmas und führen somit zu einer Absenkung des Hämatokrit-Wertes.
Nebenwirkungen:
Der Einsatz von Plasmaexpandern kann allergische Reaktionen, Schwindel, asthmaähnliche Zustände bis hin zum Atem- und Kreislaufstillstand hervorrufen.
Anwendung in der Medizin:
Plasmaexpander dienen zur therapeutischen Blutverdünnung, helfen bei großen Blutverlusten oder bei großflächigen Verbrennungen.
Missbrauch im Sport:
Mit dem Missbrauch von Plasmaexpandern wird versucht, den Hämatokrit-Wert zu senken, als Gegenmaßnahme bei EPO- oder Blutdoping. Eine weitere Anwendung ist die Kompensation von Flüssigkeitsverlusten bei Ausdauerbelastungen.