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Medizinische Ausnahmegenehmigung

Auch Sportler können krank oder verletzt werden und haben ein Recht auf bestmögliche medizinische Versorgung. Allerdings gilt besondere Vorsicht bei der Einnahme von Medikamenten bzw. bei deren Verabreichungsart, da von über 12.000 Medikamenten des Austria Codex ca. 2.000 auf der Verbotsliste stehen.

Eine rasche und einfache Überprüfung von österreichischen Medikamenten ermöglicht die Medikamentenabfrage der NADA Austria: www.nada.at/medikamentenabfrage

Für den Fall, dass der behandelnde Arzt ein Medikament, dessen Substanz (Wirkstoff) oder Anwendungs-Methode auf der Verbotsliste steht, für dringend notwendig erachtet und es keine geeignete therapeutische Alternative gibt, muss der Sportler (nicht der Arzt!) unverzüglich ein entsprechendes Ansuchen um eine medizinische Ausnahmegenehmigung (Therapeutic Use Exemption - TUE) an die NADA Austria senden.

Bitte verwenden Sie das entsprechende Link öffnet in externem Fenster: Formular_TUETUE-Antragsformular (PDFGröße: 236.04 KB). Beachten Sie die gesetzlich geregelte Bearbeitungsdauer für Anträge von bis zu 21 Tagen.

Achtung:

  • Seit 1.1.2010 gilt, dass nurmehr Athleten im NADA-Testpool eine Medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) für die Anwendung verbotener Substanzen oder Methoden im Vorhinein beantragen müssen. Für die Entscheidung über den TUE-Antrag hat der Antragsteller der NADA Austria im Vorhinein einen pauschalen Kostenersatz von 85 Euro zu entrichten.

  • Für Sportler, die keinem Testpool angehören, gelten die TUE-Regelungen mit der Abweichung, dass der Antrag auf die medizinische Ausnahmegenehmigung erst im Zusammenhang mit einem eingeleiteten Dopingkontrollverfahren gestellt werden kann (retroaktiv). Selbstverständlich muss die Einnahme von Arzneimitteln mit verbotenen Wirkstoffen oder die Anwendung einer verbotenen Methode zum Zeitpunkt der Dopingkontrolle medizinisch indiziert gewesen sein und mit entsprechenden Befunden belegt werden.

  • Besondere Vorsicht ist daher bei Selbstmedikationen geboten, da es hier keine Aufzeichnungen gibt. Letztlich gilt, dass laut Anti-Doping Bestimmungen der Sportler für alles, was sich in seinem Körper oder in seinen Körperflüssigkeiten befindet, selbst verantwortlich ist.

  • Bitte beachten Sie, dass die internationalen Fachverbände die national ausgestellten Medizinischen Ausnahmegenehmigungen nicht akzeptieren müssen! Klären Sie daher rechtzeitig im Vorfeld bei ihrem nationalen bzw. internationalen Fachverband ab, ob Ihre Ausnahmegenehmigung auch anerkannt wird.

Antragskriterien

Für einige Behandlungen bzw. Krankheitsbilder gibt es spezielle Informationsblätter zu den Antragskriterien:

Die Welt Anti-Doping Agentur (WADA) bietet eine Reihe von weiteren Antragskriterien (auf Englisch)

 

Vorgangsweise

Zur Übersicht finden Sie hier ein Link öffnet in externem Fenster: Schema TUESchema zum Ablauf des Ansuchens um Ausnahmegenehmigung (PDFGröße: 99.89 KB)

  • Das vollständig ausgefüllte Formular ist an die NADA Austria zu senden bzw. bei "internationalen Sportlern" an den jeweiligen Fachverband zur Weiterleitung an den internationalen Verband. Bitte beachten Sie, dass die internationalen Fachverbände die national ausgestellten Medizinischen Ausnahmegenehmigungen nicht akzeptieren müssen. Für genauere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren nationalen bzw. internationalen Fachverband.

  • Zweckmäßig ist das gemeinsame Ausfüllen des Formulars durch Sportler und behandelnden Arzt, da dieser ohnehin Angaben zur Diagnose und Therapie anführen und die Notwendigkeit der vorgesehenen Therapie mit verbotenen Substanzen oder Methoden begründen muss.

  • Diagnose und Therapie sollten nach wissenschaftlichen Kriterien stimmig sein. Die NADA Austria kann weitere Gutachten hinzuziehen, die Kosten gehen zu Lasten des Antragstellers.

  • Die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung durch die Medizinische Kommission hat sich an den von der WADA vorgegebenen Kriterien (International Standard for Therapeutic Use Exemptions (PDFGröße: 139.96 KB) zu orientieren.

  • Das Original der Medizinischen Ausnahmegenehmigung erhält der Sportler selbst, eine Kopie ergeht an den nationalen Fachverband. "Internationale Sportler" müssen die vom Internationalen Fachverband erhaltene Ausnahmegenehmigung zur Kenntnis an die NADA Austria weiterleiten.

  • Rückwirkende Ausnahmegenehmigungen sind nur für Notfallbehandlungen bzw. Nicht-Testpool-Sportler möglich.

  • Athleten müssen unbedingt eine Kopie der Genehmigung des Ausnahmeansuchens zur Vorlage bei einer Dopingkontrolle mit sich führen.

Gesetzliche Bestimmungen

In § 8 des Anti-Doping Bundesgesetz in der derzeit gültigen Fassung ist festgelegt:

§ 8. (1) Ist bei Krankheit oder Verletzung des Sportlers, der dem Nationalen Testpool angehört, die Einnahme von Arzneimitteln mit verbotenen Wirkstoffen oder die Anwendung verbotener Methoden nach ärztlicher oder zahnärztlicher Diagnose erforderlich, ist vorher bei der Unabhängigen Dopingkontrolleinrichtung mit den medizinischen Unterlagen ein Antrag auf medizinische Ausnahmegenehmigung zu stellen, sofern nach den Regelungen des zuständigen internationalen Sportfachverbandes nicht dieser zuständig ist oder keine gültige Ausnahmegenehmigung der WADA, eines internationalen Sportfachverbandes, einer ausländischen nationalen Dopingkontrolleinrichtung oder eines ausländischen nationalen Sportfachverbandes vorliegt. Der Antrag hat jedenfalls zu enthalten:

  1. das ärztliche, gegebenenfalls zahnärztliche Attest mit der Diagnose der Krankheit und sämtliche relevante Befunde,
  2. die Ergebnisse der für die Diagnose durchgeführten Tests,
  3. den Namen des zur Verabreichung vorgesehenen Arzneimittels und/oder Beschreibung der vorgesehenen Behandlungsmethode,
  4. die medizinische Indikation, aufgrund der Arzneimittel mit verbotenen Wirkstoffen verabreicht und/oder verbotene Behandlungsmethoden angewendet werden müssen, und
  5. die Dosierung sowie die Art und Dauer der notwendigen Anwendung des Arzneimittels und/oder Behandlungsmethode.

(2) Die Entscheidung ist entsprechend dem Standard für Ausnahmegenehmigungen zur therapeutischen Anwendung im Bereich des internationalen Sports innerhalb von 21 Tagen zu treffen und dem Sportler schriftlich mitzuteilen. Die Genehmigung ist befristet auf die Dauer der notwendigen Verabreichung oder Behandlung zu erteilen. Ein Widerruf ist nur nach den Regelungen dieses Standards zulässig.

(3) Zur Entscheidung über Anträge auf medizinische Ausnahmegenehmigung hat die Unabhängige Dopingkontrolleinrichtung die Allgemeine Ärztekommission (§ 4 Abs. 2 Z 2), bei Ausnahmegenehmigungen für zahnärztliche Behandlungen die Zahnärztekommission (§ 4 Abs. 2 Z 3) heranzuziehen. Für das Verfahren zur Entscheidung über den Antrag auf Ausnahmegenehmigung hat der Antragsteller der Unabhängigen Dopingkontrolleinrichtung im Vorhinein einen pauschalen Kostenersatz von 85 Euro zu entrichten. Dieser Kostenersatz ändert sich jeweils mit 1. Jänner eines Kalenderjahres, erstmals zum 1. Jänner 2011, entsprechend der Änderung des von der Bundesanstalt Statistik Österreich veröffentlichten aktuellen Verbraucherpreisindex.

(4) Ausnahmsweise kann die medizinische Ausnahmegenehmigung nachträglich beantragt werden, wenn die Einnahme oder Verabreichung von Arzneimitteln mit verbotenen Wirkstoffen oder Anwendung einer verbotenen Methode zur Notfallbehandlung einer akuten Krankheit oder Verletzung erforderlich
war. Die Notfallbehandlung ist unverzüglich schriftlich bei der gemäß Abs. 1 zuständigen Einrichtung anzuzeigen. Sobald es der Gesundheitszustand des Sportlers zulässt, ist der Antrag auf medizinische Ausnahmegenehmigung zu stellen.

(5) Ein Verstoß gegen Anti-Doping-Regelungen liegt nicht vor, wenn die Ausnahmegenehmigung nach Abs. 1 oder 4 beantragt wurde und die Unabhängige Dopingkontrolleinrichtung erst nach einer Dopingkontrolle diesem Antrag entspricht.

(6) Für Sportler, die nicht dem Nationalen Testpool angehören, gelten die Regelungen mit der Abweichung, dass der Antrag auf die medizinische Ausnahmegenehmigung erst im Zusammenhang mit einem eingeleiteten Dopingkontrollverfahren gestellt werden kann. Die Ausnahmegenehmigung ist nur
dann zu erteilen, wenn die Einnahme vom Arzneimittel mit verbotenen Wirkstoffen oder die Anwendung einer verbotenen Methode zum Zeitpunkt der Probennahme medizinisch indiziert und durch medizinische Befunde belegt war.

(7) Wird keine Ausnahmegenehmigung gewährt, kann der betroffene Sportler innerhalb von vier Wochen ab Zustellung der Entscheidung die Überprüfung bei der Unabhängigen Schiedskommission begehren.




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